Orestes (Mythologie): Sohn des Agamemnon und der Klytaimnestra

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Beitrag  Fischiot Di 6 Jul - 12:52

Orestes (griechische Mythologie): Überliefert wird Orestes als Sohn der Klytaimnestra und des Agamemnon. Orestes rächte den Mord an Agamemnon, indem er seine Mutter tötete

Orestes (altgriechisch Ὀρέστης, auch Orest) ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Agamemnon >> und der Klytaimnestra >>.
Orestes (Mythologie): Sohn des Agamemnon und der Klytaimnestra Oreste10
Berichtet wird von drei Schwestern des Orestes mit den Namen Elektra, Chrysothemis und Iphigenie.

Mythos Orestes

Nachdem Agamemnon in den trojanischen Krieg >> gezogen war, nutzte Aigisthos >> dessen 10-jährige Abwesenheit. Aigisthos verführte Klytaimnestra, die Gemahlin des Agamemnon.

Agamemnon wollte vor seiner Abreise in den Krieg seine Tochter Iphigenie der Artemis >> opfern, um sie zu besänftigen. Die Opferung hat schließlich zwar nicht stattgefunden, dennoch entwickelte Klytaimnestra einen extremen Hass auf ihren Gemahl Agamemnon. Als Agamemnon aus dem Krieg heimkehrte, wurde er von Klytaimnestra und Aigisthos ermordet.

Es heißt, dass Aigisthos auch Orestes töten wollte. Aigisthos forderte die Herausgabe des Orestes - und zwar von seiner Amme. Die Amme übergab ihren eigenen Sohn an Aigisthos, sodass er das falsche Kind tötete. Orestes überlebte und konnte fliehen.

Orestes landete bei König Strophios

Elektra schickte ihren Bruder Orestes zu König Strophios in der Landschaft Phokis (beschrieben wird Phokis als historische Gebirgslandschaft in Mittelgriechenland). Die Gemahlin des Strophios heißt Anaxibia - und diese wird als Schwester des Agamemnon überliefert. Strophios erzog Orestes zusammen mit seinem Sohn Pylades. Pylades und Orestes wurden gute Freunde. Elektra durfte übrigens in Mykene bleiben.

Orestes rächte sich an Klytaimnestra und Aigisthos

Es ist so, dass nun Elektra ihren Bruder Orestes bat, die Ermordung ihres Vaters zu rächen. Orestes wollte dieser Bitte nicht ohne weiteres folgen und holte sich beim Orakel von Delphi >> Rat. Was empfahl das Orakel? Dem Orestes wurde empfohlen, Klytaimnestra und Aigisthos zu töten.

Nun zog Orestes nach Mykene und gab sich als Botschafter des Strophios aus. Angeblich sollte der Tod des Orestes verkündet werden. Die Asche des Orestes sollte demnach in seine Heimat gebracht werden. Klar ist, dass es sich um Orestes selber gehandelt hat. Orestes legte eine Locke auf dem Grab seines Vaters Agamemnon nieder. Nun gab sich Orestes seiner Schwester Elektra zu erkennen und tötete seine Mutter Klytaimnestra. Aigisthos wurde ebenfalls getötet, wahrscheinlich aus einem Hinterhalt heraus. Oiax und Nausimedon sind Söhne des Nauplios >>. Sie wollten dem Aigisthos helfen, wurden jedoch von Pylades getötet.

Orestes und der Muttermord

Die Erinnyen >> dulden es nicht, wenn Söhne ihre Mütter ermorden. Orestes wurde somit von den Erinnyen bestraft. Die drei Rachegöttinnen schlugen Orestes mit Wahnsinn und verfolgten ihn. Orestes floh - jedoch nirgendwo fand er wegen der Ermordung seiner Mutter Aufnahme. Beispielsweise musste Orestes in Troizen >> vor dem Tempel des Apollo >> wohnen. Den Einwohnern war es verboten, Orestes aufzunehmen. Es ging nun darum, dass Orestes von seiner Tat gereinigt werden musste. Nur wie?

Schließlich gelangte Orestes nach Athen >>, wo seine Tat auf dem Areopag erneut verhandelt wurde. Der Areopag, auch Areiopag(os), ist ein nordwestlich der Akropolis >> gelegener, 115 Meter hoher Felsen mitten in Athen.

Die Verhandlung war sehr kompliziert, weil sich zwei Rechtsgüter gegenüberstanden. Einerseits ging es um den Schutz der Mutter und andererseits um Gattentreue (Klytaimnestra ist ihrem Gemahl Agamemnon nicht treu geblieben, siehe Aigisthos).

Normalerweise hätte Orestes keine Chance auf Freispruch gehabt, weil bis dato stets der Schutz der Mutter Priorität hatte. Nun kommt jedoch eine Änderung in der Rechtssprechung. Als Einwand wurde vorgetragen, dass Apollo dem Orestes die Rache empfohlen hat (siehe Orakel). Orestes hätte seine Mutter Klytaimnestra somit im Auftrag des Apollo getötet.

Schuldig oder nicht schuldig? Der hohe Rat konnte keine Entscheidung finden, sodass die Stimme der Athene >> den Ausschlag gab. Athene plädierte zu Gunsten des Orestes - und in der Folge wurde er freigesprochen.

Ließen die Erinnyen jetzt von Orestes ab?

Die Erinnyen ließen Orestes trotzdem nicht in Ruhe. Nun war eine neue Weissagung notwendig. Diese besagte, dass Orestes ins Land der Tauren muss - und zwar, um sich vollständig von seinem Fluch zu erlösen. Heute geht man davon aus, dass mit dem Land der Tauren die Halbinsel Krim im Schwarzen Meer gemeint ist.

Aus dem Tempel der Artemis Orthia solle Orestes die Götterstatue rauben und diese dem Apollo (Bruder der Artemis) in Griechenland bringen, so lautete die Weissagung.

Mit seinem Freund Pylades machte sich Orestes nach Tauris auf. Dort war Iphigenie (Schwester des Orestes) die Priesterin der Artemis. Pylades und Orestes wussten jedoch nicht, dass im Tempel der Artemis Iphigenie als Priesterin wirkte.

Es war in Tauris üblich, Fremde der Artemis zu opfern. Iphigenie hätte somit Pylades und ihren eigenen Bruder der Artemis opfern müssen.

Iphigenie erkannte in Orestes und Pylades Griechen, sodass sie ihnen ein Angebot unterbreitete. Sie würde nur einen von beiden opfern, wenn der andere ihrem Bruder Orestes einen Brief nach Griechenland bringt. Jetzt klingelte es bei Orestes und er wusste, dass diese Priesterin seine Schwester Iphigenie ist.

Iphigenie wollte jetzt ihren Bruder und Pylades retten. Ein Plan musste her. Iphigenie erzählte dem König von Tauris mit dem Namen Thoas, dass Orestes - als Mörder seiner eigenen Mutter - die Artemisstatue entweiht hat. Es wäre notwendig, dass die Statue und auch die Opfer zunächst im Meer gereinigt werden. Es dürfe jedoch niemand zusehen, so erzählte Iphigenie dem König weiter.

Die Taurer wandten ihre Blicke daher ab und Iphigenie, Orestes und Pylades konnten mit einem Schiff nach Griechenland fliehen. Die Statue der Artemis nahmen sie mit und stellten sie später im Artemistempel in Brauron (antike Kultstätte der Artemis) auf.

Orestes zurück in seiner Heimat Mykene

Als Orestes in seine Heimat Mykene zurückgekehrt war, herrschte dort Aletes >>. Orestes tötete Aletes und übernahm die Herrschaft über Mykene.

Er heirate Hermione >>, Tochter des Menelaos >> und der Helena >>.

Wegen Hermione gab es Stress zwischen Orestes und Neoptolemos >>. Wahrscheinlich wurde Neoptolemos in diesem Zusammenhang von Orestes getötet.

Es ist von einem Sohn des Orestes und der Hermione mit dem Namen Tisamenos >> die Rede. Mit Erigone >> hatte Orestes ebenfalls eine sexuelle Beziehung, wodurch er Vater des Penthilos >> wurde.

Orestes wurde später auch Herrscher über Argos >> und Sparta.

Tod des Orestes

Irgendwann gab Orestes seine Königreiche ab und zog nach Arkadien (Landschaft im Zentrum der Peloponnes >>). Im hohen Alter von 90 Jahren wurde Orestes von einer Schlange gebissen. Durch diesen Biss fand Orestes seinen Tod. Schließlich sollen die Gebeine des Orestes nach Sparta gebracht worden sein.
Griechische Mythen >>



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